Info-Brief Mai 2018

Sehr geehrte Damen und Herren der Seniorenbeiräte,

nach dem zuerst nassen und dann kalten Winter verwöhnt uns das Frühjahr nun mit sommerlichen Temperaturen. Ich hoffe, dass Sie diese schöne Zeit, in der ein großer Teil der Natur in voller Blüte steht, genießen können.
Vielleicht ergeht es Ihnen auch wie mir: An manchem Nachmittag wohnen frei nach Goethes Faust "zwei Seelen ach in meiner Brust", die eine drängt mich hinaus in den Garten oder die Natur, die andere fordert mich auf, am Schreibtisch meine Arbeit zu erledigen. Ich versuche immer, beiden gerecht zu werden, auch wenn es mitunter sehr schwer ist.

I. Seminare 2018

Das erste Seminar in 2018 hat am 4. – 6. April 2018 in Helmstedt sehr erfolgreich stattgefunden.
Das zweite Seminar findet vom 10. Bis 12. September 2018 in Salzbergen statt. Die zur Anmeldung nötigen Unterlagen finden Sie in Anlage 1a und Anlage 1b


II. Wichtige Aktivitäten und Veranstaltungen, an denen der Vorstand des
Landesseniorenrats beteiligt war


1. Gespräch mit der neuen Sozialministerin Dr. Carola Reimann am 13. März 2018
Teilnehmer/innen
Ministerium: Dr. Carola Reimann
LSR: Ilka Dirnberger, Christa Röder, F.- H. Voigt, G. Schönbrunn
Zeit: 14:00 bis 15:00 Uhr

Es war ein erstes Gespräch mit der Ministerin, in dem das Kennenlernen im Vordergrund stand. Dennoch sind wir sehr schnell auf die gravierenden Probleme in der Pflege zu sprechen gekommen. Die entscheidenden Fragen wurden gestellt und sehr offen und transparent diskutiert. Dabei erwies sich Frau Dr. Reimann als außerordentlich kompetente Gesprächspartnerin, die aufmerksam zuhören, sachlich fundiert antworten und auch zugeben kann, wenn sie sich in bestimmte Fragen noch einarbeiten muss.

Die Ministerin hat sich eine Stunde Zeit genommen, mit uns über folgende Probleme in der Pflege zu sprechen: Arbeitsorganisation für Pflegende, Bezahlung der Pflegekräfte, Mindestlohn, Personalschlüssel, Rekrutierung von Pflegepersonal.

Frau Dr. Reimann meinte, dass das Thema "Pflege" bisher ein "Mauerblümchendasein" geführt hatte, dass aber durch die Koalition in Berlin die Pflege eine neue Aufmerksamkeit erhalten hat. Alle betroffenen Gruppen sollen an einen Tisch gebracht werden, um nach Lösungen zu suchen. Man wird dann sehen, welche Lösungen vorgelegt werden. Wir brauchen eine konzertierte Aktion, um zu mehr Pflegekräften zu kommen. Zurzeit weiß man jedoch nicht, woher diese kommen sollen.

Herr Schönbrunn mahnte an, dass diese Arbeitsgruppe keine Eintagsfliege, kein Strohfeuer sein dürfe, sondern dass das Thema weitergeführt werden muss. Es ist ein vielschichtiges Problem, das nicht allein durch Gehaltsverbesserung gelöst sei, auch wenn das Gehalt ein sehr wichtiger Aspekt ist. Es sollten unbedingt Fachkräfte aus der Praxis 9in der Arbeitsgruppe mitarbeiten.

Frau Röder berichtet, dass der Facharbeitskreis Pflege zwei Jahre lang ohne konkrete Ergebnisse gearbeitet hätte.

Wir waren uns einig, dass es die "alten" Altenheime so nicht mehr gibt, sondern dass es Pflegeheime geworden sind. In der Altenpflege brauchen die Fachkräfte notwendig medizinische Kenntnisse. Die Generalistische Pflegeausbildung ist hierzu ein wichtiger Schritt. Vielleicht entscheiden sich dann mehr Pflegeschüler/innen, in die Altenpflege zu gehen. Das Niedersächsische Pflegegesetz muss dem PSG III angepasst werden. Die niedersächsische Koalition hat vereinbart, die Pflegekammer nach zwei Jahren zu evaluieren.

Zum Problem der Älteren im ländlichen Raum haben wir über eine "Gemeindeschwester" gesprochen. Frau Dr. Reimann berichtete, dass Rheinland-Pfalz und Hamburg Gemeindeschwestern installiert haben, deren Hilfe von Bedürftigen in Anspruch genommen werden kann. Der Vorstand des LSR betonte, dass dies Thema weiter verfolgt werden sollte.

2. Gespräch mit der Landtagsfraktion B´90/Die Grünen am 13. März 2018
Teilnehmer/innen
B´90/Die Grünen: Anja Piel
LSR: Ilka Dirnberger, Christa Röder, Helge Kahnert, F.-H. Voigt, G. Schönbrunn

Es wurden folgende Punkte behandelt.

  1. Pflege: Arbeitsorganisation für Pflegende; Bezahlung der Pflegekräfte; Mindestlohn, Personalschlüssel; Rekrutierung von Pflegepersonal, um den Pflegenotstand abzumildern; Pflege im ländlichen Raum?
  2. Ärzte aufs Land; Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Ärzteversorgung in ländlichen Gebieten zu verbessern?
  3. Informationen der Bürger/innen über Rentenbescheide, Beratungsmöglichkeiten, Wohngeld, Fördergelder für barrierefreien Wohnungsumbau, etc. . Welche Hilfen kann das Land zur Verfügung stellen? Wie könnten die Informationen verbessert werden?
  4. Sozialer Wohnungsbau: Welche Möglichkeiten sehen Sie, bezahlbaren Wohnraum stärker als bisher zu fördern?
  5. Tag der Umwelt: Unterstützung der Initiative "Plastiktüten durch umweltfreundliche Taschen ersetzen" durch die Parteien und die Landesregierung?
  6. Gibt es Einwirkungsmöglichkeiten, die Absprachen zwischen Krankenkassen und den Reha-Trägern zwecks Reduzierung der vorgesehenen Reha-Tage abzuschaffen? (Bisher: 16 bis 18 Tage Reha statt verordneter 21 Tage)
  7. Fachtag "Altern in Vielfalt" mit neuer Struktur fortführen? Gibt es in Ihrer Partei Vorstellungen darüber, wie ein Dialog der älteren Migranten/innen mit den Seniorenbeiräten auf den Weg gebracht werden kann?
  8. Es war ein ruhiges und von gegenseitigem Respekt getragenes Gespräch ohne wichtige erwähnenswerte Ergebnisse.


3. Workshop "Werkstatt Senioren"
Am 18. Mai 2018 haben Frau Dirnberger und Herr Schönbrunn an der Tagung der "Werkstatt Senioren" im Innenministerium teilgenommen. Dabei wurden die Themenbereiche:

  • Senioren als Pkw-Nutzer
  • Senioren als Radfahrer (+ Pedelec)
  • Senioren als Fußgänger
  • Senioren als ÖPNV-Nutzer

weiter bearbeitet. Je ein Vertreter der ÜSTRA (Hannover) und des Verbandes der Busunternehmer berichteten über Verbesserungen des Bus- und Straßenbahnverkehrs ihrer Unternehmen. Frau Bothe von der Landesverkehrswacht erläuterte eine Modulerweiterung im Projekt "Fit im Auto", nämlich "Wie gelange ich mit meinem Rollator in einen Bus?". Zu allen wichtigen Themen der Verkehrssicherheit der älteren Generation sollen durch die Fachleute, z.B. Fahrlehrer, Musterveranstaltungen mit klaren Strukturen erarbeitet werden, die dann landesweit in gleicher Weise umgesetzt werden könnten.

Frau Dirnberger und Herr Schönbrunn betonten, dass viele der Module, die angedacht werden, von den Seniorenbeiräten in Niedersachsen bereits uimgesetzt worden sind oder in nächster Zeit umgesetzt werden sollen. Unter andern sind dies: Erste-Hilfe-Kurse, Neue Verkehrszeichen und -regeln gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO), Assistenzsysteme im Auto, Autofahrsicherheitstraining, Elektrofahrräder, Fahren bei Dunkelheit, um nur einige zu nennen.

Am Mittwoch, dem 8. August 2018 wird der NDR mit Experten und Telefonschaltungen über "Assistenzsysteme im Auto" berichten. Es beginnt am Vormittag und geht bis in den Abend hinein.

Das Projekt "Fit im Auto" ist schon flächendeckend in fast allen Landkreisen Niedersachsens eingeführt worden, mit einem überwältigenden Erfolg. Jeder Ältere ab 65 Jahre sollte teilgenommen haben.Vorherrschende Meinung ist hierbei: Es geht nicht um Überprüfung oder Kontrolle seitens der Behörde, sondern es geht darum, dass jeder auf freiwilliger Basis seine Fahrkünste selbst überprüfen kann und dabei Hilfestellung erhält, wie er sich in noch verbessern könnte. Jeder Verkehrsteilnehmer ist für sich selbst verantwortlich, sich so im Straßenverkehr zu bewegen, dass er sich selbst schützt und andere nicht verletzt.

IV. In eigener Sache
Die Anträge der Mitgliederversammlung sind auf den Weg gebracht worden.

V. Termine
1. Am 6. Juni 2018 findet die 11. Seniorenkonferenz in Hannover im Stadtteilzentrum KroKus, Thie 6, statt. Anmeldungen sind noch bis zum 30. Mai 2018 möglich. Ich füge die Unterlagen noch einmal bei. Anlage 2a und Anlage 2b, sowie Anlage 2c.

2. Der Vorstand des LSR bereitet zurzeit einen Jahresempfang des LSR gemeinsam mit dem Sozialministerium für die zweite Hälfte September dieses Jahr vor. Einladungen werden zeitnah verschickt.

Der Vorstand des Landesseniorenrats dankt allen Mitgliedern für ihr hervorragendes ehrenamtliches Engagement und wünscht ihnen, dass das schöne Wetter noch etwas länger andauern wird und Sie sich gut erholen können. Vor allem: bleiben Sie gesund.

Mit freundlichen Grüßen
Gotthard Schönbrunn

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